Substanzinfos

Codein

Codein (Methylmorphin, C18H21NO3) ist ein Arzneimittel und wird, wie Heroin, aus Rohopium gewonnen. Bei Rohopium handelt es sich um den eingetrockneten Milchsaft der Schlafmohnpflanze (Papayer somniferum).

Erscheinungsformen:
Selten allein, meist kombiniert mit anderen Wirkstoffen (z.Bsp. Koffein oder Paracetamol) als hustendämpfendes oder schmerzstillendes Medikament in Form von Tabletten, Sirup, Brausetabletten, Kapseln oder Bronchialpastillen.

Konsumformen:
Geschluckt, selten rektal (Zäpfchen) eingeführt.

Dosierung:
20mg - max.200mg. Höhere Dosen erhöhen vor allem das Risiko von Nebenwirkungen; eine Wirkungssteigerung ist selten festzustellen, da der Körper nur beschränkte Mengen von Codein aufnehmen kann.

Wirkung

Codein wird im Körper zu Morphin umgewandelt. Die Einnahme hat einen schmerzlindernden, hustenreizstillenden, beruhigenden, euphorisierenden und aphrodisierenden Effekt. Auch eine Selbstbewusstseinssteigerung ist möglich.
Zu bedenken ist jedoch, dass die Wirkung sehr individuell ausfällt. Während einige Personen sehr sensibel auf Codein reagieren, besteht die Möglichkeit, dass andere gar keine psychoaktive Wirkung verspüren.

Wirkungseintritt:
Nach 20-60 Minuten.

Wirkdauer:
Ca. 40-60 Minuten

Risiken und Nebenwirkungen

Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Juckreiz, Verstopfung, Schwierigkeiten beim Urinieren, Müdigkeit/Schläfrigkeit, Senkung der Atemfrequenz bis hin zu einer lebensgefährlichen Atemdepression. Beim Mann treten zusätzlich noch Errektionsstörungen auf.

Langzeitrisiken:
Es besteht die Gefahr einer psychischen und physischen Abhängigkeit. Bei chronischem Konsum kann sich eine Toleranzentwicklung ergeben, sodass die Dosis für die gewünschte Wirkung zunehmend erhöht werden muss. Beim Absetzen von Codein nach einer Phase des dauerhaften Konsums können sich Entzugssymptome wie Ruhelosigkeit,
Magen- und/oder Beinkrämpfe, Kälteschauer, Zittern, heftiges Schwitzen und Muskelspasmen zeigen. Ein Entzug kann aufgrund des hohen Abhängigkeitspotentials gleich schmerzhaft und lang wie ein Heroinentzug sein (!).

Bei Männern kann es zu einer verringerten sexuellen Lust (Libido) kommen, während sich bei Frauen eine unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation sowie auch verminderte sexuelle Lust einstellen kann.Weitere Langzeitrisiken sind allergische Reaktionen, Schlafstörungen und Schwindelgefühle.

Sizzurp

Das in den USA bekannte 'Sizzurp' (auch Purple Drank, Lean oder Texas Tea genannt) ist ein Mischgetränk aus codeinhaltigem Hustensaft, promethazinhaltigen Tabletten oder Säften und Limonade bzw. Fruchtpunch. Der Name Purple Drank stammt von der purpurenen Farbe des Mischgetränks. Aufgekommen ist diese Mischung in der Hip Hop-Subkultur, insbesondere im sogenannten "Screw Style", wo sie als Partydroge konsumiert wird. Promethazinhaltige Medikamente wurden 2009 in der Schweiz vom Markt genommen.

Safer Use

Kein Mischkonsum, vor allem nicht mit anderen dämpfenden Substanzen wie Alkohol, Cannabis, Schlafmittel oder GHB/GBL.

Bei Sizzurp: Durch die Mischung mit einem Süssgetränk wird der tatsächliche Codein Gehalt oft unterschätzt, was die Aufnahme von ungewollt hohen Dosen zur Folge haben kann.

Codein gespritzt oder geschnupft konsumiert, führt zu starken Nebenwirkungen und kann eine ungewollte Überdosierung zur Folge haben.

Codein ist ein Arzneimittel und sollte deshalb nur medizinisch begleitet eingenommen werden.