Selbstmedikation bezeichnet die eigenverantwortliche Einnahme von Substanzen ohne Aufsicht oder Verschreibung durch eine medizinische Fachperson. Es werden, nebst beispielsweise rezeptfreien Medikamenten auch illegale psychoaktive Substanzen oder auf dem Schwarzmarkterworbenen Medikamente dazu verwendet. Der Konsum erfolgt dabei mit dem Motiv, dass bestehende Beschwerden oder Erkrankungen gelindert werden. Häufige Formen von Selbstmedikation sind beispielsweise:

  • Cannabis bei Schlafstörungen, Benzodiazepine oder opioidhaltige Schmerzmittel bei Angststörungen, da diese Substanzen beruhigend, stressabbauend und schlaffördernd wirken.
  • Kokain oder Amphetamin bei einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) aufgrund ihrer mit ADHS-Medikamenten vergleichbaren Wirkung (siehe auch "ADHS und Sucht")
  • Cannabis, Opioide (z. B. Heroin), Kokain oder Psychedelika (wie LSD-Microdosing) bei Depressionen aufgrund ihrer kurzfristig stimmungsaufhellenden Wirkung. Die Wirksamkeit von Ketamin, Psilocybin und LSD gegen Depressionen, Alkoholabhängigkeit und Angsterkrankungen wird seit einigen Jahren erforscht und es werden erste substanzgestützte Therapien angeboten (unter Auflagen).
  • Bezüglich der Wirkung von MDMA bei posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) laufen ebenfalls Studien.

Trotz möglicher kurzfristiger Linderung von Beschwerden kann Selbstmedikation mit erheblichen gesundheitlichen Risiken einhergehen. Die Abhängigkeitsgefahr ist gerade bei Substanzen wie Kokain oder Opioiden gross und bestehende Krankheitssymptome können sich verstärken. Wenn immer möglich sollten Therapien unter Selbstmedikation daher unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden.

Quellen:

Christiane Eichenberg, Elmar Brähler, Hans-Wolfgang Hoefert (Hrsg.) 2017: Selbstbehandlung und Selbstmedikation

Therapien mit MDMA und Psilocybin in der UPK Privatklinik - UPK Basel

Expertenbericht BAG Aerzte Hallus MDMA Liechti_2025.pdf

Ecstasy| MDMA - infodrog - Schweizerische Koordinations- und Fachstelle Sucht