Weiterhin hoher Durchschnittsgehalt, Levamisol häufigstes Streckmittel

Das DIZ veröffentlicht vierteljährlich Auswertungen zu den im DIZ und an mobilen Einsätzen getesteten Kokain-Proben. Dies als Ergänzung zu den Jahresauswertungen und zur Sensibilisierung auf die spezifischen Risiken beim Konsum von Kokain. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.

Kokain ist eine Substanz mit einem vergleichsweise hohen Schädigungs- und Abhängigkeitspotenzial. Neben den bekannten Risiken bedeutet das häufige Vorkommen von pharmakologisch wirksamen Streckmitteln, vor allem für regelmässig Konsumierende, ein schwer abschätzbares und zusätzliches Gesundheitsrisiko. Dabei handelt es sich seltener um akute Nebenwirkungen, sondern in erster Linie um Langzeitfolgen. Je höher der Kokaingehalt, desto grösser ist die Gefahr einer Überdosierung. Hochdosiertes Kokain kann zusätzlich eine starke Belastung für das Herz-Kreislaufsystem darstellen und unter gewissen Umständen und körperlichen Voraussetzungen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind hier zu finden.

  • Im ersten Quartal 2026 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ), bei mobilen Einsätzen in den Kontakt- und Anlaufstellen der Stadt Zürich und bei mobilen Drug Checkings im Nachtleben 353 als Kokain deklarierte Proben zur Analyse abgegeben. 302 von 353 Proben (85.5 %) enthielten neben Kokain keinen weiteren psychoaktiven Inhaltstoff. 44 von 353 Proben (12.5 %) enthielten Kokain und mindestens einen weiteren unerwarteten psychoaktiven Inhaltstoff. 7 Proben (2.0 %) enthielten kein Kokain, sondern andere psychoaktive Inhaltstoffe. Damit steigt der Anteil unerwarteter Inhaltsstoffe im Vergleich zum Jahr 2025 und im Vergleich zum vorherigen Quartal leicht an.
  • Wie bereits im vorherigen Quartal ist Levamisol der häufigste unerwartete Inhaltstoff. 30 von 353 Proben enthielten Levamisol, der durchschnittliche Anteil liegt bei diesen Proben bei 16.1 %. Procain, welches in den vergangenen Jahren häufig vorkam, war im zweiten Quartal 2026 nur noch in einzelnen Proben vorhanden. Weitere regelmässig vorkommende unerwartete Inhaltstoffe sind Koffein und Phenacetin. Bei Procain, Koffein und Phenacetin lag der durchschnittliche Gehalt jeweils zwischen 20 und 30 %
  • Der durchschnittliche Kokaingehalt der analysierten Proben betrug im zweiten Quartal 2026 84.7 %. Dies entspricht einer leichten Abnahme des Durchschnittsgehalts gegenüber dem Jahr 2025. Im mehrjährigen Vergleich ist dies aber trotzdem ein hoher Wert. 
  • Zusätzlich gab es einzelne Proben, die andere unerwartete Substanzen enthielten. Dabei handelte es sich hauptsächlich um andere bekannte psychoaktive Substanzen (MDMA, Amphetamin, Ketamin, Paracetamol) oder um Syntheseverunreinigungen.

Detaillierte Informationen zu Kokain, Streckmitteln sowie SaferUse-Hinweisen sind auf unserer Webseite zu finden. In den Downloads ist die ausführliche Auswertung des Jahres 2025 zu finden.

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