Das DIZ veröffentlicht vierteljährlich Auswertungen zu den im DIZ und an mobilen Einsätzen getesteten Kokain-Proben. Dies als Ergänzung zu den Jahresauswertungen und zur Sensibilisierung auf die spezifischen Risiken beim Konsum von Kokain. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.
Kokain ist eine Substanz mit einem vergleichsweise hohen Schädigungs- und Abhängigkeitspotential. Neben den bekannten Risiken bedeutet das häufige Vorkommen von pharmakologisch wirksamen Streckmitteln, vor allem für regelmässig Konsumierende, ein schwer abschätzbares und zusätzliches Gesundheitsrisiko. Dabei handelt es sich seltener um akute Nebenwirkungen, sondern in erster Linie um Langzeitfolgen. Je höher der Kokaingehalt, desto grösser ist die Gefahr einer Überdosierung. Hochdosiertes Kokain kann zusätzlich eine starke Belastung für das Herz-Kreislaufsystem darstellen und unter gewissen Umständen und körperlichen Voraussetzungen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Informationen und Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind hier zu finden.
Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind hier zu finden.
- Im ersten Quartal 2026 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ), bei mobilen Einsätzen in den Kontakt- und Anlaufstellen der Stadt Zürich und bei zwei mobilen Drug Checkings im Nachtleben 387 als Kokain deklarierte Proben zur Analyse abgegeben. 344 von 386 Proben (89.1%) enthielten neben Kokain keinen weiteren psychoaktiven Inhaltstoff. 42 von 386 Proben (10.9%) enthielten Kokain und mindestens einen weiteren unerwarteten psychoaktiven Inhaltstoff.
- Der durchschnittliche Kokaingehalt der analysierten Proben betrug im ersten Quartal 88.2% (für diese Berechnung wurden nur die 384 Proben verwendet, die auch Kokain enthielten und bei denen der Gehalt quantifiziert werden konnte). Dies entspricht einer leichten Abnahme des Durchschnittsgehalts gegenüber dem dritten Quartal 2025 (4.3%). Der Kokaingehalt der untersuchten Proben variierte stark und lag zwischen 8.8% und 100%.
- Im ersten Quartal 2026 waren 10.9% der analysierten Kokainproben mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt oder enthielten eine andere psychoaktive Substanz. Damit steigt der Anteil unerwarteter Inhaltsstoffe im Vergleich zum vierten Quartal 2025 leicht an. Gegenüber dem vierten Quartal wurden 4.3% mehr Kokainproben mit anderen psychoaktiven Inhaltsstoffen festgestellt.
- Bei einer Probe handelte es sich um eine Falschdeklaration: Statt Kokain wurden andere Substanzen, nämlich 4-CMC, NEP Koffein und Lidocain, nachgewiesen. Die häufigsten Streckmittel im ersten Quartal 2026 waren Levamisol, Phenacetin und Koffein.
- 20 von 386 Proben (5.2% aller Kokainproben) enthielten Levamisol - das ist ein Anstieg von 3.8% im Vergleich zum vorherigen Quartal und liegt leicht über dem Jahresdurchschnitt von 2025 (4.3%). Der durchschnittliche Gehalt lag bei 8.3%. Levamisol ist ein Immunsuppressivum und wurde früher als Entwurmungsmittel eingesetzt. Es kann schwere Nebenwirkungen verursachen und gilt als besonders problematisches Streckmittel in Kokainproben
- 4 von 386 Proben (1.0% aller Kokainproben im Q1) enthielten Procain, der durchschnittliche Procaingehalt lag bei 5.9%. Der prozentuale Anteil an Proben mit Procain ist im Vergleich zum letzten Quartal weiter rückläufig (von 2.1% auf 1.0%). Auch der durchschnittliche Gehalt an Procain ist leicht gesunken (von 9.5% auf 5.9%). Procain ist ein lokal betäubender Wirkstoff aus der Gruppe der Lokalanästhetika, welcher in der Medizin verwendet wird. Nebst Nebenwirkungen im Bereich des zentralen Nervensystems (z.B. Unruhe, Krampfanfälle, Koma) können in seltenen Fällen durch die Einnahme hoher Dosen Procain auch Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und allergische Reaktionen auftreten. Besonders riskant ist der intravenöse Konsum von mit Procain versetztem Kokain.
- 5 von 386 Proben (1.3% aller Kokainproben im Q1) enthielten Koffein, der durchschnittliche Gehalt lag bei 29.2.%. Damit enthalten ähnlich viele Proben Koffein wie im dritten Quartal (2.1%), jedoch ist der durchschnittliche Gehalt gestiegen (von 19.7% auf 29.2%). Koffein macht wach, beschleunigt den Herzschlag, steigert vorübergehend die geistige Leistungsfähigkeit und wirkt appetithemmend. Koffein wird vermutlich aufgrund seiner stimulierenden Wirkung und seines wirkungsverstärkenden Potentials als Streckmittel eingesetzt.
- 5 von 386 Proben (1.3% aller Kokainproben im Q1) enthielten Phenacetin, der durchschnittliche Gehalt lag bei 11.0%. Der prozentuale Anteil an Proben mit Phenacetin ist seit dem vierten Quartal 2025 (0.7%) minimal gestiegen. Phenacetin ist ein Aminophenol-Derivat und wurde als Arzneimittel zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung verwendet. Da Phenacetin bei häufigem, hochdosiertem Konsum nierenschädigend ist («Phenacetin-Niere»).
- Zusätzlich gab es einzelne Proben, die andere unerwartete Substanzen enthielten. Dabei handelte es sich hauptsächlich um andere bekannte psychoaktive Substanzen (bspw. MDMA, Amphetamin). In 4 von 386 Proben (1.0%) wurde MDMA gefunden, und in 3 Amphetamin (0.8%). Weiter wurde in 2 Proben Paracetamol und in je einer Probe Lidocain und Methylphenidat analysiert.
Detaillierte Informationen zu Kokain, Streckmitteln sowie SaferUse-Hinweisen sind auf unserer Webseite zu finden.