Das DIZ veröffentlicht vierteljährlich Auswertungen zu den im DIZ und an mobilen Einsätzen getesteten Kokain-Proben. Dies als Ergänzung zu den Jahresauswertungen und zur Sensibilisierung auf die spezifischen Risiken beim Konsum von Kokain. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.
Kokain ist eine Substanz mit einem vergleichsweise hohen Schädigungs- und Abhängigkeitspotential. Neben den bekannten Risiken bedeutet das häufige Vorkommen von pharmakologisch wirksamen Streckmitteln, vor allem für regelmässig Konsumierende, ein schwer abschätzbares und zusätzliches Gesundheitsrisiko. Dabei handelt es sich seltener um akute Nebenwirkungen, sondern in erster Linie um Langzeitfolgen. Je höher der Kokaingehalt, desto grösser ist die Gefahr einer Überdosierung. Hochdosiertes Kokain kann zusätzlich eine starke Belastung für das Herz-Kreislaufsystem darstellen und unter gewissen Umständen und körperlichen Voraussetzungen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Informationen und Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind hier zu finden.
Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind hier zu finden.
- Im vierten Quartal 2025 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ), bei mobilen Einsätzen in den Kontakt- und Anlaufstellen der Stadt Zürich und bei zwei mobilen Drug Checkings im Nachtleben 425 als Kokain deklarierte Proben zur Analyse abgegeben. 393 von 425 Proben (92.5%) enthielten neben Kokain keinen weiteren psychoaktiven Inhaltstoff. 28 von 425 Proben (6.6%) enthielten Kokain und mindestens einen weiteren unerwarteten psychoaktiven Inhaltstoff. 4 von 425 Proben (0.9%) enthielten kein Kokain.
- Der durchschnittliche Kokaingehalt der analysierten Proben betrug im vierten Quartal 88.8% (für diese Berechnung wurden nur die 420 Proben verwendet, die auch Kokain enthielten und bei denen der Gehalt quantifiziert werden konnte). Dies entspricht einer Zunahme des Durchschnittsgehalts gegenüber dem dritten Quartal (+2.7%). Der Kokaingehalt der untersuchten Proben variierte stark und lag zwischen 28.7% und 100%.
- Im vierten Quartal 2025 waren 6.6% der analysierten Kokainproben mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt oder enthielten eine andere psychoaktive Substanz. Damit sinkt der Anteil unerwarteter Inhaltsstoffe nochmals deutlich im Vergleich zum dritten Quartal. Gegenüber dem dritten Quartal wurden 5.1% weniger Kokainproben mit anderen psychoaktiven Inhaltsstoffen festgestellt.
- Bei vier Proben handelte es sich um Falschdeklarationen: Statt Kokain wurden andere Substanzen nachgewiesen – darunter Koffein, Lidocain, MDMA, Ketamin und 2-MMC. Die häufigsten Streckmittel im vierten Quartal 2025 waren Procain, Koffein und Levamisol.
- 9 von 425 Proben (2.1% aller Kokainproben im Q4) enthielten Procain, der durchschnittliche Procaingehalt lag bei 9.5%. Der prozentuale Anteil an Proben mit Procain ist seit dem dritten Quartal weiter rückläufig (von 3.4% auf 2.1%). Auch der durchschnittliche Gehalt an Procain ist gesunken (von 15.1% auf 9.5%). Procain ist ein lokal betäubender Wirkstoff aus der Gruppe der Lokalanästhetika, welcher in der Medizin verwendet wird. Nebst Nebenwirkungen im Bereich des zentralen Nervensystems (z.B. Unruhe, Krampfanfälle, Koma) können in seltenen Fällen durch die Einnahme hoher Dosen Procain auch Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und allergische Reaktionen auftreten. Besonders riskant ist der intravenöse Konsum von mit Procain versetztem Kokain.
- 9 von 425 Proben (2.1% aller Kokainproben im Q4) enthielten Koffein, der durchschnittliche Gehalt lag bei 19.7%. Damit enthalten ähnlich viele Proben Koffein wie im dritten Quartal (3.4%), jedoch ist der durchschnittliche Gehalt deutlich gestiegen (von 8.3% auf 19.7%). Koffein macht wach, beschleunigt den Herzschlag, steigert vorübergehend die geistige Leistungsfähigkeit und wirkt appetithemmend. Koffein wird vermutlich aufgrund seiner stimulierenden Wirkung und seines wirkungsverstärkenden Potentials als Streckmittel eingesetzt.
- 6 von 425 Proben (1.4% aller Kokainproben im Q4) enthielten Levamisol, der durchschnittliche Gehalt lag bei 9.0%. Levamisol ist ein Immunsuppressivum und wurde früher als Entwurmungsmittel eingesetzt. Es kann schwere Nebenwirkungen verursachen und gilt als besonders problematisches Streckmittel in Kokainproben.
- 3 von 425 Proben (0.7% aller Kokainproben im Q4) enthielten Phenacetin, der durchschnittliche Gehalt lag bei 10.9%. Der prozentuale Anteil an Proben mit Phenacetin ist seit dem dritten Quartal stark rückläufig (von 2.6% auf 0.7%). Phenacetin ist ein Aminophenol-Derivat und wurde als Arzneimittel zur Schmerzbehandlung und Fiebersenkung verwendet. Da Phenacetin bei häufigem, hochdosiertem Konsum nierenschädigend ist («Phenacetin-Niere»).
- Zusätzlich gab es einzelne Proben, die andere unerwartete Substanzen enthielten. Dabei handelte es sich hauptsächlich um andere bekannte psychoaktive Substanzen (bspw. Amphetamin, Ketamin). In 3 von 425 Proben (0.7%) wurde Amphetamin gefunden, in 3 von 425 Proben (0.7%) Ketamin. Teilweise wurden diese Substanzen jedoch nur in sehr tiefen Mengen in den Proben nachgewiesen, was darauf hindeutet, dass es sich bei diesen Substanzen vermutlich um Verunreinigungen in den Behältern/Minigrips handelt.
Detaillierte Informationen zu Kokain, Streckmitteln sowie SaferUse-Hinweisen sind auf unserer Webseite zu finden.