Das DIZ veröffentlicht vierteljährlich Auswertungen zu den im DIZ und an mobilen Einsätzen getesteten Kokain-Proben. Dies als Ergänzung zu den Jahresauswertungen und zur Sensibilisierung auf die spezifischen Risiken beim Konsum von Kokain. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.
Kokain ist eine Substanz mit einem vergleichsweise hohen Schädigungs- und Abhängigkeitspotenzial. Neben den bekannten Risiken bedeutet das häufige Vorkommen von pharmakologisch wirksamen Streckmitteln, vor allem für regelmässig Konsumierende, ein schwer abschätzbares und zusätzliches Gesundheitsrisiko. Dabei handelt es sich seltener um akute Nebenwirkungen, sondern in erster Linie um Langzeitfolgen. Je höher der Kokaingehalt, desto grösser ist die Gefahr einer Überdosierung. Hochdosiertes Kokain kann zusätzlich eine starke Belastung für das Herz-Kreislaufsystem darstellen und unter gewissen Umständen und körperlichen Voraussetzungen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind hier zu finden.
- Im dritten Quartal 2026 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ), bei mobilen Einsätzen in den Kontakt- und Anlaufstellen der Stadt Zürich und bei mobilen Drug Checkings im Nachtleben 333 als Kokain deklarierte Proben zur Analyse abgegeben. 278 von 333 Proben (83.5 %) enthielten neben Kokain keinen weiteren psychoaktiven Inhaltstoff. 49 von 333 Proben (14.7 %) enthielten Kokain und mindestens einen weiteren unerwarteten psychoaktiven Inhaltstoff. 6 Proben (1.8 %) enthielten kein Kokain, sondern andere psychoaktive Inhaltstoffe. Damit steigt der Anteil unerwarteter Inhaltsstoffe im Vergleich zum Jahr 2025 und im Vergleich zum vorherigen Quartal leicht an.
- Wie bereits im vorherigen Quartal ist Levamisol der häufigste unerwartete Inhaltstoff. 18 von 333 Proben enthielten Levamisol. Der durchschnittliche Gehalt lag bei 2,6 % und damit deutlich unter dem Wert des Vorquartals (rund 16 %) sowie unter dem Jahresdurchschnitt 2025 (6,9 %). Auffällig war, dass Phenacetin im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen stetig zunahm und nun in 14 Proben (rund 4 %) nachgewiesen wurde. Der durchschnittliche Gehalt lag bei rund 22 %. Procain, welches in den vergangenen Jahren häufig vorkam, war im dritten Quartal 2026 nur noch in einzelnen Proben vorhanden. Weitere regelmässig vorkommende unerwartete Inhaltsstoffe sind Koffein und Paracetamol. Bei Procain, Koffein und Phenacetin lag der durchschnittliche Gehalt jeweils zwischen 10 und 30 %.
- Der durchschnittliche Kokaingehalt der analysierten Proben betrug im dritten Quartal 2026 85.8 %. Dies entspricht einer leichten Zunahme des Durchschnittsgehalts gegenüber dem zweiten Quartal. Im mehrjährigen Vergleich ist dies aber trotzdem ein hoher Wert. Der Kokaingehalt der untersuchten Proben variierte stark und lag zwischen 12.4 % und 100%.
- Zusätzlich gab es einzelne Proben, die andere unerwartete Substanzen enthielten. Im Vergleich zu den ersten beiden Quartalen nahm der Anteil an Cathinonen zu. Die Mehrheit der Falschdeklarationen betraf Cathinone wie 2-MMC und 4-CMC. Daneben wurden auch MDMA, 2C-B sowie Metamizol, ein starkes Schmerzmittel, nachgewiesen.
Detaillierte Informationen zu Kokain, Streckmitteln sowie SaferUse-Hinweisen sind auf unserer Webseite zu finden. In den Downloads ist die ausführliche Auswertung des Jahres 2025 zu finden.