Weniger Wirkstoff als erwartet und vermehrtes Auftreten von LSD-Analoga als Falschdeklaration

Das DIZ Zürich veröffentlicht jährlich Auswertungen zu den im DIZ und bei 9 mobilen Drug Checkings getesteten LSD-Proben – als Ergänzung zu den Jahresauswertungen und zur Sensibilisierung auf die spezifischen Risiken beim LSD-Konsum. Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Substanzmarkt der Stadt Zürich.

Im Jahr 2025 wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ) Zürich und bei mobilen Drug Checkings insgesamt 181 als LSD deklarierte Filze und Pillen zur Analyse abgegeben. 173 der 181 Proben (95,6%) lagen als Filze vor; 8 Proben wurden als LSD-Pillen abgegeben. Gegenüber dem Vorjahr (2024: 197 Proben) ist die Anzahl der analysierten LSD-Proben leicht zurückgegangen.

Die im DIZ und bei mobilen Drug Checkings analysierten LSD-Filze und -Pillen enthielten 2025 durchschnittlich 78,6 µg LSD – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 80,7 µg. In diese Berechnung flossen die 173 Proben ein, die LSD enthielten und bei denen eine Quantifizierung möglich war. Die Spannweite war dabei sehr gross und reichte von 3,8 µg bis zu 391,6 µg LSD pro Probe.

Die Mehrheit der als LSD deklarierten Filze und Pillen enthielten weniger als 75 µg LSD (96 von 173 Proben, 55,5%), 62 Proben (35,8%) lagen im mittleren Bereich zwischen 75 und 149 µg, und 15 Proben (8,7%) enthielten 150 µg oder mehr. 5 Proben (2,9%) wiesen mit 200 µg oder mehr einen sehr hohen Wirkstoffgehalt auf; die höchste gemessene Dosierung lag bei 391,6 µg bei einer Probe. Solche Dosierungen können zu sehr intensiven psychedelischen Erfahrungen führen und bergen insbesondere für unerfahrene Konsumierende ein erhöhtes Risiko für psychische Krisen.

Während Filze und Pillen durchschnittlich mit rund 179 µg deklariert wurden, enthielten sie tatsächlich im Schnitt weniger als die Hälfte davon. Bei 21 Proben betrug die Abweichung zwischen der deklarierten und der gemessenen Dosierung mehr als 75% – in den extremsten Fällen wurde eine Probe mit 300 µg deklariert, enthielt aber nur 3,9 µg. Diese anhaltende Falschdeklaration führt zu einem verzerrten Bild der tatsächlich konsumierten Dosierungen und kann durch Nachdosieren zu unbeabsichtigten Überdosierungen führen («Mythos 250-µg-Filze»).

Unverändert hoch ist der Anteil an Proben mit iso-LSD: 111 von 181 analysierten Proben (61,3%) enthielten neben LSD auch iso-LSD, ein Stereoisomer, das als Abbauprodukt oder Synthesenebenprodukt auftreten kann. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil leicht zurückgegangen. Der durchschnittliche iso-LSD-Gehalt lag bei 52,2 µg. Obwohl iso-LSD als nicht psychoaktiv gilt, berichten einzelne Konsumierende von Wechselwirkungen; wissenschaftliche Belege dafür fehlen bislang.

Bei 10 von 181 Proben (5,5%) wurden neben LSD weitere Substanzen in sehr geringen, unwirksamen Mengen nachgewiesen. Dabei handelte es sich vermutlich um Schmierkontaminationen aus der Wiederverwendung von Aufbewahrungsbeuteln (Minigrips). Festgestellt wurden unter anderem Amphetamin, Kokain, 2-PEA, MDMA, Ketamin, 2C-B, Coffein sowie in einem Fall eine geringe Menge DOB. Bei 8 von 181 Proben (4,4%) handelte es sich um Falschdeklarationen. 4 Proben enthielten weder LSD noch eine andere psychoaktive Substanz. Weitere 4 Proben enthielten statt LSD sogenannte LSD-Analoga – darunter 1S-LSD und 1cP-LSD. Bei 3 weiteren Proben (1,7%) wurden neben LSD nicht identifizierbare Substanzen («unbekannter Peak») nachgewiesen, die analytisch nicht bestimmt werden konnten.

Im Jahr 2025 wurden erneut viele LSD-Proben online gekauft: 99 von 181 Proben (54,7%) wurden über Onlinekanäle bezogen – von den 169 Proben mit Herkunftsangabe entspricht dies 58,6%. Damit stammt mehr als die Hälfte aller LSD-Proben aus digitalen Bezugskanälen – ein Anteil, der bei anderen im DIZ analysierten Substanzen mit rund 20% deutlich tiefer liegt und den Trend der Vorjahre bestätigt.

Wichtigste Erkenntnisse 2025

• Der durchschnittliche LSD-Gehalt lag 2025 bei 78,6 µg und damit geringfügig unter dem Vorjahreswert (2024: 80,7 µg). Die Mehrheit der Proben war niedrig dosiert; wenige hochdosierte Ausreisser unterstreichen die Bedeutung einer Analyse vor dem Konsum.

• LSD-Filze und -Pillen enthielten erneut durchschnittlich weniger als die Hälfte des deklarierten Wirkstoffgehalts. Die Diskrepanz zwischen Deklaration und Messung war 2025 in 21 Fällen besonders ausgeprägt und birgt das Risiko unbeabsichtigter Überdosierungen durch Nachdosieren («Mythos 250-µg-Filze»).

• Der Anteil an Proben mit iso-LSD liegt mit 61,3% weiterhin hoch und ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Das Vorkommen von Schmierkontaminationen ist gering; im Unterschied zu 2024, wo unter anderem DOC nachgewiesen wurde, sind die 2025 festgestellten Kontaminationen pharmakologisch weniger kritisch.

• LSD wird weiterhin überdurchschnittlich häufig über digitale Kanäle bezogen: Über die Hälfte der Proben stammte aus dem Darknet oder Internet – ein deutlicher Kontrast zu anderen im DIZ analysierten Substanzen.

Weitere Informationen zu LSD sowie Empfehlungen für einen möglichst risikoarmen Konsum sind auf unserer Webseite zu finden.

Gute Feiertage!

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