Schnellinfo
Cannabis ist die botanische Bezeichnung für die Hanfpflanze. Aus der Hanfpflanze werden schon seid geraumer Zeit unterschiedliche Produkte hergestellt, beispielsweise Seile, Stoffe oder Öle. Die berauschende Wirkung der Cannabispflanze wird schon seid langer Zeit zu rituellen oder medizinischen Zwecken verwendet. Als Rauschmittel werden beispielsweise getrocknete Cannabisblüten, komprimierte Harz-Extrakte oder Öle verwendet. Cannabisprodukte sind die in der Schweiz am häufigsten konsumierten illegalen Substanzen.
Die Cannabispflanze enthält mehr als 560 Inhaltsstoffe, davon zählen 120 zu den Cannabinoiden. Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) und Cannabigerol (CBG) sind die bekanntesten Cannabinoide. Sie besitzen unterschiedliche pharmakologische Wirkungen. THC ist hauptsächlich für die berauschende Wirkung verantwortlich. CBD, CBN und CBG besitzen ebenfalls pharmakologische Wirkungen, jedoch weniger berauschend. Da sich die Wirkungen der Cannabinoide stark unterscheiden und sich auch in ihren Wirkungen gegenseitig beeinflussen, kann je nach verwendetem Cannabis-Typ die Wirkungen sehr unterschiedlich ausfallen.
Im Allgemeinen wirkt Cannabis entspannend bis euphorisierend, appetitanregend, Gefühle und Sinneseindrücke werden intensiviert, Gelassenheit und/oder grundlose Heiterkeit stellen sich ein. Typische physische Wirkungen sind ein trockener Mund, gerötete Augenbindehäute, Blutdruckveränderungen, veränderte Herzfrequenz, Schwindel. Bei Überdosierung sind Kreislaufprobleme und Erbrechen möglich. Generell sind Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit während des Rausches temporär beeinträchtigt. Die Wirkung hängt neben der Dosierung und den Wirkstoffverhältnissen des konsumierten Cannabisprodukts stark von der Grundstimmung der konsumierenden Person (Set) und der Umgebung (Setting) ab. So können positive wie auch negative Eindrücke und Stimmungen verstärkt werden.
Wirkungseintritt
Geraucht innerhalb weniger Minuten, gegessen erst nach 0,5–2 Stunden
Wirkdauer
Geraucht 1–2 Stunden, gegessen 8–14 Stunden (!)
Nacheffekte
Bis zu mehreren Stunden (abhängig von Dosis, Konsumform, Gewöhnung und Konstitution). Achtung: THC und seine Metaboliten (wie auch andere Cannabinoide) sind lange im Blut und Urin nachweisbar. Bei häufigem Konsum können auch bei einem länger zurückliegenden Konsum noch relevante, zur Fahrunfähigkeit führende THC-Konzentrationen im Blut nachweisbar sein. Hohe THC-COOH-Konzentrationen (zweiter Metabolit von THC) lassen Rückschlüsse auf eine Cannabisgewöhnung zu (regelmässiger und häufiger Konsum).
Die unten aufgeführten Zahlen sind Richtwerte. Die Wirkung kann je nach Person unterschiedlich ausfallen. Da sich der Gehalt der Inhaltstoffe je nach Produkt stark unterscheidet werden die Dosierungsangeben in reinem THC angegeben.
Geraucht:
Leicht (0.5 - 2 mg THC)
Mittel (2 - 4 mg THC)
Stark (4 - 10 mg THC)
Oral (geschluckt, gegessen):
Leicht (2.5 - 5 mg THC)
Mittel (5 - 10 mg THC)
Stark (10 - 25 mg THC)
Erscheinungsformen:
Cannabis-Blüten: Die meistverbreitete Erscheinungsform , bestehend aus den getrockneten Blüten der weiblichen Cannabis Pflanze.
Haschisch: Braunes Konzentrat, welches durch verpressen der Drüsenhaare zu einer harzigen Masse gewonnen wird. Haschisch hat im Schnitt einen höheren THC und CBD Gehalt als Blüten.
Edibles: Ess- bzw. trinkbare Produkte mit Cannabis. Beispielsweise Gebäck (space cakes, space cookies), Fruchtgummis, Joghurt, Butter.
Öl: Konzentrate mit unterschiedlichen Gehalten. Legal erhältlich sind CBD-Öle, jedoch sind auch illegale THC haltige Öle bekannt.
Liquids (Vapes): Cannabisprodukte können auch in Vaporizern verdampft werden. Oder als e-Liquids mit E-Zigaretten konsumiert werden.
Dab: hochprozentiges Cannabisprodukt, welches klassischerweise in einer Bong geraucht wird.
Konsumformen:
Cannabis-Blüten und Haschisch werden meist geraucht (Joints, Wasserpfeife, Bong etc.), seltener getrunken (als Tee, Tinktur) oder gegessen (Edibles). Cannabisprodukte können auch in Vaporizern verdampft werden. Oder als e-Liquids mit E-Zigaretten konsumiert werden. Eine spezielle Form des Verdampfen ist das Dabbing, das für die Verwendung von Konzentraten entwickelt wurde.
Das Zeiterleben (meist verlangsamt) und das Raumgefühl (Fehleinschätzung von Distanzen und Geschwindigkeiten) verändert sich, es kann zu verminderter Reaktionsfähigkeit und Fehleinschätzungen einer gegebenen Situation kommen. Es können zudem Gereiztheit aber auch Antriebslosigkeit auftreten. Generell sind Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit während des Rausches temporär beeinträchtigt.
Es können auch Panik und Angst auftreten und es besteht die Gefahr zur Entwicklung einer Psychose und Abhängigkeit. Ferner können Rötung der Augen, verminderte Reaktion der Pupillen auf Lichtreize (Blendgefahr durch Scheinwerferlicht, vermindertes Scharfsehen), Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, übermässiges Hungergefühl, Müdigkeit, Zittern, Schwindel, Gangunsicherheit sowie Anstieg von Herzschlag- und Pulsfrequenz (birgt Gesundheitsrisiken bei bestehenden Vorerkrankungen des Herzkreislaufsystems) auftreten. Besonders bei Konzentraten besteht die Gefahr der Überdosierung und Auftreten unerwünschter Wirkungen. Bei hohen Dosierungen kann es daher zu Kreislaufproblemen bis hin zum Kreislaufkollaps, unangenehmen Gefühlsintensivierungen sowie zu Paranoia und depressiven Verstimmungen kommen. Das Risiko, dass durch Cannabiskonsum eine Psychose ausgelöst wird, ist bei Cannabisprodukten mit einem unausgewogenen THC-CBD Verhältnis (viel THC und wenig CBD) zudem erhöht.
Die Fahrfähigkeit kann durch die vielfältigen Wirkungen und Nebenwirkungen negativ beeinträchtigt sein. Neben den Wirkungen und Nebenwirkungen kann auch die Überschreitung des gesetzlich verankerten Grenzwerts, ab dem eine Fahrfähigkeit juristisch nicht mehr gegeben ist, zur Fahrunfähigkeit führen. Auch bei Konsum von in der Schweiz legalen THC armen CBD-Hanf (THC < 1 %) kann der gesetzlich verankerte THC-Grenzwert im Blut überschritten werden. In e-Liquids sind zudem Trägerstoffe (Glycerin, Propylenglykol) sowie ggf. nicht aus der Cannabispflanze stammende Duft- und Aromastoffe (z. B. Nicotin) enthalten, zu deren Toxizität bei inhalativer Aufnahme nichts bekannt ist.
Langzeitrisiken:
Wenn du häufig und regelmässig konsumierst, insbesondere hochdosierte Konzentrate, besteht die Gefahr einer Abhängigkeit (vor allem mit psychischen, aber auch leichten körperlichen Symptomen). Bei plötzlicher Abstinenz sind Schweissausbrüche, Hitze- und Kälteschauer, Appetitlosigkeit und Einschlafschwierigkeiten sowie Gereiztheit möglich. Bei chronischem Konsum besteht die Gefahr von Realitätsverlust; möglich ist auch eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und der Motivationsfähigkeit. Beim Rauchen steigt durch die Verbrennungsprozesse bei chronischem Konsum die Anfälligkeit für Atemwegsbeschwerden (Bronchitis, Luftröhren- und Lungenentzündungen etc.). Beim Rauchen in Kombination mit Tabak besteht zudem das Risiko einer Nikotinabhängigkeit sowie mit dem Rauchen von Tabak assoziierter Risiken (Kehlkopf- und Lungenkrebs). Zu den Langzeitrisiken eines Konsums von e-Liquids ist derzeit noch kein ausreichendes Wissen vorhanden und kann nicht abschliessend beurteilt werden.
Zu den bekannten Streckmitteln in Cannabis zählen u. a. Brix (flüssiges Gemisch aus Kunststoff, Zucker und Hormonen), Sand, Talkum/Speckstein, Zucker, Haarspray, Glaspartikel, Gewürze, Blei und Phospor/Kaliumdünger. Ziel dieser nicht psychoaktiv wirksamen Streckmittel ist es, ein höheres Gewicht zu erzielen oder das Cannabis optisch zu verschönern. Das Verbrennen und Inhalieren dieser Stoffe kann zu Problemen mit dem Atemwegen, Lungenschäden, Husten und Halsschmerzen führen. Viele dieser Streckmittel sind optisch erkennbar, z. B. über Rückstande im Grip (Sand, Talkum), oder eine/n veränderte/n Geruch/Geschmack (Brix, Zucker) oder Konsistenz (Haarspray).
Zu den psychoaktiv wirksamen Streckmitteln gehören synthetische und halbsynthetische Cannabinoide - diese werden auf legal produziertes CBD-Cannabis gesprüht, um es gewinnbringend als THC-haltiges Cannabis zu verkaufen. Im Gegensatz zu anderen Streckmitteln wie Brix oder Sand sind synthetische Cannabinoide für Konsument*innen nicht erkennbar. Synthetische Cannabinoide können um ein vielfaches potenter sein als Cannabis und stellen so für die Konsumierenden eine erheblich gefahr dar. weiter Infos zu synthetischen Cannabinoiden findest du hier.
Im besten Fall lässt man seine Cannabisprodukte immer vor dem Konsum in einem Drug Checking analysieren. Falls kein Drug Checking-Angebot in Anspruch genommen werden kann, gibt es die Möglichkeit zu Hause selbst einen CBD-Schnelltest anzuwenden. Diese ersetzen zwar keine aufwändige und genaue Analyse, wie dies bei einem Drug Checking stattfindet, ermöglichen aber immerhin eine erste Einschätzung. Dazu haben wir ein Faktenblatt mit den wichtigsten Informationen erstellt.
Ziel dieses Faktenblattes ist es, für Konsumierende von illegalem, THC-haltigem Cannabis das Risiko zu senken, unabsichtlich synthetische oder halbsynthetische Cannabinoide zu konsumieren.
LSD-Analoga sind Substanzen, welche chemisch eine grosse Ähnlichkeit mit LSD besitzen und vergleichbar wirken können. Einige davon sind bereits länger bekannt (bspw. ALD52, ETH-LAD, AL-LAD, PRO-LAD etc.) und sind pharmakologisch wie auch psychopharmakologisch zumindest teilweise untersucht worden. Bei anderen handelt es sich um neuere «Kreationen» (bspw. die Derivate 1P-LSD,1B-LSD, 1cP-LSD, 1V-LSDetc.), zu denen nur wenige oder gar keine Daten vorliegen. Gewisse LSD-Analoga dürfen in einigen Ländern (noch) legal produziert, gehandelt und konsumiert werden, worin die Hauptursache für deren Verbreitung liegt.
Die meisten LSD-Analoga unterscheiden sich in ihrer Wirkung und/oder in ihrer Potenz naturgemäss von LSD (bspw. ETH-LAD, AL-LAD, LSZ etc.). Bei den sogenannten 1-acylierten LSD-Verbindungen (bspw. 1P-LSD, 1V-LSD, 1B-LSD,ALD-52 etc.) wird im Gegensatz dazu aufgrund von pharmakologischen Untersuchungen vermutet, dass sie sich im Körper in LSD umwandeln (sie funktionieren als sogenannte Prodrugs) und somit eine vergleichbare psychoaktive Wirkung wie LSD entfalten.
Bei Prodrugs von LSD und LSD-Analoga ist nicht abschliessend geklärt, ob diese, neben ihrer psychoaktiven Wirkung, noch weitere pharmakologische Effekte bewirken können. Wie potent diese Prodrugs im Vergleich zur daraus entstehenden Substanz sind (z.B.1P-LSD hin zu LSD), und in welchem Ausmass jeweils eine Verzögerung des Wirkungseintritts erfolgt, ist möglicherweise substanzabhängig und nicht zu verallgemeinern. Daher ist es wichtig, sich vorsichtig an die Dosis/Wirkung heranzutasten, um Überdosierungen zu vermeiden.
Wenn Du oder jemand anderes nach der Einnahme von Drogen oder Alkohol dringend Hilfe benötigt, rufe unter 144 einen Notarzt. Sag den Nothelfern alles, was Du weisst.
Es könnte Leben retten.