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Monkey Dust ist ein Sammelbegriff für Cathinone aus der Gruppe der Pyrovalerone. Heute wird mit diesem Begriff meistens MDPHP bezeichnet (3’,4’-Methylenedioxy‑α‑pyrrolidinohexiophenon), teilweise auch ähnliche synthetische Cathinone aus der Gruppe der Pyrovalerone wie alpha-PiHP oder alpha-PHP. Diese Stoffgruppe gehört zu den amphetaminartigen Aufputschmitteln und reicht in ihren Ursprüngen bis in die 1960er-Jahre zurück, aus denen auch das eng verwandte MDPV stammt. MDPHP tauchte erst deutlich später als Neue Psychoaktive Substanz auf dem Markt auf und verbreitete sich teilweise als Ersatz, nachdem MDPV verboten worden war. Da derselbe Begriff für unterschiedliche Substanzen mit ähnlicher Wirkung, aber teils sehr verschiedener Wirkstärke stehen kann, sagt er nichts über den tatsächlichen Inhalt aus. Weitere gebräuchliche Szenennamen sind «Alpha» oder «Pyros».
Pharmakologisch wirkt MDPHP hauptsächlich als Noradrenalin‑Dopamin‑Wiederaufnahmehemmer (NDRI). Dadurch erhöht sich die Konzentration dieser Neurotransmitter im Gehirn, was zu den stark stimulierenden und aktivierenden Effekten führt.
MDPHP ist ein starkes Stimulans, dessen Wirkung als stark stimulierend und euphorisierend beschrieben wird. Typisch sind ein Gefühl von erhöhter Energie kombiniert mit gesteigerter Wachheit, Konzentration und Motivation sowie einem erhöhten Selbstvertrauen. Häufig berichten Konsumierende auch von erhöhter Gesprächigkeit, intensiverer Musikwahrnehmung und einer gesteigerten Libido. Zudem können beschleunigte Gedanken und ein Gefühl von körperlicher Leichtigkeit auftreten. Im Vergleich zu anderen Stimulanzien hält die Wirkung oft deutlich länger an und wird als sehr intensiv sowie teilweise schwer kontrollierbar beschrieben.
MDPHP wird in der Regel geraucht, kann aber auch geschnupft oder geschluckt werden. Auch ein rektaler oder intravenöser Konsum ist grundsätzlich möglich, ist jedoch risikoreicher und weniger gut erforscht. Falls diese Konsumformen gewählt werden, sollte mit einer tiefen Dosierung gestartet werden.
Wirkungseintritt
Geraucht: nach ca. 1-5 Minuten
Geschnupft: nach ca. 5-15 Minuten
Geschluckt: nach ca. 30-60 Minuten
Wirkdauer
Geraucht: 1-4 Stunden
Geschnupft: 2-4 Stunden
Geschluckt: 3-6 Stunden
Nacheffekte
Geraucht: 3-8 Stunden
Geschnupft: 2-36 Stunden
Geschluckt: 2-16 Stunden
Achtung: Diese Angaben gelten nur, wenn tatsächlich MDPHP vorliegt. «Monkey Dust» kann andere Pyrovalerone mit deutlich abweichender Wirkstärke enthalten. MDPHP zählt zu den potentesten Stimulanzien überhaupt und wirkt bereits im Milligrammbereich. Die Spanne zwischen erwünschter Wirkung und Überdosierung ist sehr klein. Dosiere entsprechend niedrig, wäge exakt mit einer Feinwaage und lege nicht zu früh nach.
Geraucht
Leicht: 1-5 mg
Mittel: 5-10 mg
Stark: 10-20 mg
Geschnupft
Leicht: 5-10 mg
Mittel: 10-20 mg
Stark: 20 mg +
Geschluckt
Leicht: 10-20 mg
Mittel: 20-40 mg
Stark: 40-60 mg
Erscheinungsformen: Kristallines Pulver
MDPHP belastet das Herz‑Kreislauf‑System stark und kann zu erhöhtem Puls und Blutdruck sowie Gefässverengungen führen. Häufig sind zudem Appetitverlust, Zähneknirschen, Muskelkrämpfe, veränderte Körpergerüche und häufiges Wasserlassen. Auch sexuelle Funktionsstörungen können auftreten.
Psychisch treten oft Unruhe, Angst und paranoide Gedanken auf, insbesondere bei höheren Dosen oder längerem Konsum. Es kann zu Denkstörungen, Realitätsverlust, Enthemmung und Selbstüberschätzung kommen. Bei hohen Dosierungen steigt das Risiko für psychotische Zustände deutlich.
Zusätzlich können starke körperliche und psychische Reaktionen auftreten: Dazu gehören Panikattacken, Aggressivität, Atembeschwerden sowie Druck- oder Unwohlsein im Brustbereich. Häufig kommt es zu erhöhtem Blutdruck und veränderten Wahrnehmungen (z. B. Halluzinationen). Auch gefährliche körperliche Überlastungsreaktionen wie eine stark erhöhte Körpertemperatur, ein sehr schneller Puls sowie schwere psychische Krisen können auftreten. In Einzelfällen kann es zu ernsthaften Problemen mit dem Herzen oder dem Nervensystem kommen, z. B. Verwirrtheit, Zittern oder Krampfanfälle.
Typisch für MDPHP ist ein starkes Craving (das Verlangen, nachzulegen). Dadurch verlieren Konsumierende häufig das Zeitgefühl und vernachlässigen grundlegende Bedürfnisse wie Essen, Trinken und Schlaf. Nach dem Konsum kommt es häufig zu einem belastenden „Comedown“ mit Erschöpfung, depressiver Stimmung, Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten, teilweise über mehrere Tage.
MDPHP weist ein hohes Abhängigkeitspotenzial auf und birgt insbesondere bei wiederholtem Konsum oder Mischkonsum ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Schäden. MDPHP gilt als besonders potent und risikoreich. Gleichzeitig ist die Datenlage begrenzt: Über Toxizität, Pharmakologie und Metabolismus (Abbau im Körper) von MDPHP ist bislang nur wenig bekannt. In Kombination mit der häufig unklaren Zusammensetzung von NPS sind Wirkung, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen daher nur eingeschränkt einschätzbar und teilweise schwer vorhersehbar. Individuelle Faktoren wie Dosis, Konsumform sowie körperliche und psychische Verfassung können die Risiken zusätzlich deutlich beeinflussen.
Seit dem Jahr 2023 sind Cathinone wie 2‑MMC, 3‑MMC und 4‑MMC wieder vermehrt verbreitet. Seit 2025 beobachten wir im Drug Checking eine zunehmende Abgabe von Proben, die als «Monkey Dust» deklariert sind.
Diese Entwicklung könnte damit zusammenhängen, dass beispielsweise 3‑MMC seit Mitte 2025 kaum mehr analysiert wurde und auf dem Schwarzmarkt nur noch selten bis gar nicht verfügbar ist. In der Folge wird vermehrt auf andere Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) wie MDPHP ausgewichen, da diese aktuell einfacher erhältlich sind.
Bezüglich Falschdeklarationen und Streckmittel lassen sich aufgrund der derzeit noch geringen Probenzahlen keine gesicherten Aussagen machen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass künftig vermehrt andere Cathinone in als «Monkey Dust» deklarierten Proben nachgewiesen werden oder umgekehrt Proben als «Monkey Dust» deklariert werden, die tatsächlich jedoch ein anderes Cathinon enthalten.
Wenn Du oder jemand anderes nach der Einnahme von Drogen oder Alkohol dringend Hilfe benötigt, rufe unter 144 einen Notarzt. Sag den Nothelfern alles, was Du weisst.
Es könnte Leben retten.